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Das "Hütehundproblem" wie ich es sehe....

Das "Hütehundproblem" wie ich es sehe....

Beitrag#1von huetefuchs » 21. Apr 2014, 17:50

Hallo mal wieder
und zwar unter DER "Netzidentität" , die für dieses Thema nötig ist. Ich schreibe hier wohlgemerkt MEINE Auffassung (!),
die niemand lesen oder gar für richtig halten muss . Es ist MEINE Meinung, die mit meiner Beschäftigung mit "Hütehunden"
gewachsen ist . (Für mich IST der Deutsche Schäferhund übrigens ein HÜTEHUND , der allerdings halterisch und züchterisch auf TEILaspekte
des ursprünglichen Hütewesens reduziert , ja geradezu "kastriert" wurde - zu UNRECHT , aber mit Gründen , die in seiner "Verbreitbarkeit" und
Anwendbarkeit in der ganzen Welt liegen !)

JA - Hunde sollen uns Freude machen , sollen unser Leben auf ihre Weise bereichern - keine Frage - , aaaaaaaber
die allergrößte Mehrzahl der HundeTYPEN sind eben NICHT allein zu diesem Zweck entstanden und auf dieser Welt.
Entstanden sind sie vielmehr als Jagdhunde , Hütehunde , Schädlingsbekämpfer oder Kriegs-und Kamphunde (Schutzhunde).
(Ja ... da sind auch noch die als Zugtiere gebrauchten Schlittenhunde .... und und ..)
SO - und wenn dem so IST , dann begebe ich mich doch wohl , wenn ich mich bei der Auswahl eines Hundes für eine
bestimmte Rasse entscheide, in den Kreis einer gewissen TRADITION ! Eine Tradition , über die ich KENNTNIS haben MUSS ,
will ich dem gegenwärtigen Rasseverteter , der ja in dieser Tradition STEHT , auch nur einigermaßen gerecht werden.
Ich muss WISSEN W O L L E N (!!) , welcher Tradition MEIN HUND entspringt und welche Besonderheiten die Abstammung AUS IHR
auch bei meinem Exemplar mit sich bringen kann und wird !

Die InformationsQUELLEN diesbezüglich sind in ONLINE-Zeiten explodiert , ...allerdings sind das beileibe nicht in der Mehrzahl PRIMÄRQUELLEN,
sondern irgendwo abgeschriebene "Rinnsale" dessen, was die Beschäftigung und der DIREKTE Kontakt etwa mit Jägerschaft oder Schäferei zB im
Blick auf die Jagd- und Hütehunde herGÄBE !
Bei mir hat es schon eine Zeitlang , aber nicht allzu lange gedauert, bis ich bemerkte , dass ich HÜTEHUNDE nur ansatzweise verstehen kann,
wenn ich KONTAKT ZUR DAHINTERSTEHENDEN TRADITION HERSTELLEN KANN ! JA , ein Hund hat das RECHT (!) darauf , dass sich sein Halter
mit den QUELLEN , die zur Entstehung und Entwicklung seiner Art geführt haben , BESCHÄFTIGT und von daher VERSTEHEND das
Vierbeinerleben begleitet !

Mir will absolut nicht in den Kopf , wie jemand nen HÜTEHUND halten will oder kann , der über die gegenwärtig noch im Beruf ARBEITENDE
(Mit-)Population und deren zweibeinige Vertreter abweisend den Kopf schüttelt ! Unser "privat-Sofafuchs" ...unser "privat-DSH" ...
unser "privat Sofa-Briard" etc. etc. pp. sind in Erscheinungsbild , Charakter und Wesensart SO , wie sie sind , eben WEIL sie
Traditionen entspringen , die die heutige "Agility-" und sonstwie alleinorientierte "Gebrauchsgesellschaft" allzuoft eben NICHT (!) mehr
zur Kenntnis nehmen will ! DARIN ...in dieser vergangenheitsignorierenden Haltung liegen die allermeisten Hundeprobleme versteckt !

Ursprünglich arbeitsorientierte Hunde(rassen) NUR aufgrund eines eingebildeten "Rettungsbedürfnisses" oder aus "fun" aufzunehmen , OHNE sich über
die Ursprungsorientierung eben NICHT nur über Pille-Palle-Klickerforen , sondern an der QUELLE fachkundig zu machen , halte ich für fatal .


Dietmar
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Unermüdliche Ausdauer und die Bereitschaft, etwas, in das man viel Zeit und Arbeit gesteckt hat, wieder wegzuwerfen.
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Re: Das "Hütehundproblem" wie ich es sehe....

Beitrag#2von Daisy » 21. Apr 2014, 20:31

huetefuchs hat geschrieben: NICHT allein zu diesem Zweck entstanden und auf dieser Welt.
Entstanden sind sie vielmehr als Jagdhunde , Hütehunde , Schädlingsbekämpfer oder Kriegs-und Kamphunde (Schutzhunde).
(Ja ... da sind auch noch die als Zugtiere gebrauchten Schlittenhunde .... und und ..)


Ich verstehe schon, was Du sagst - und für die heutige Zeit und "nähere" Geschichte ist das bestimmt richtig.

Aber: Die Hunde sind nicht deswegen "entstanden" - der Anfang der Hunde (also ihre langsame Wandlung von Wolf zu Hund) hatte absolut gar nichts zweck gebundenes. Der Mensch hat das Tier NICHT in seine Gemeinschaft aufgenommen, um es zum Jagen, Beschützen oder andere Arbeiten zu nutzen (Quelle und Hintergründe s. auch meinen Vortrag zu dem Harmonik Thema).

Und wer jetzt fragt "ja, warum denn dann" sollte sich am Besten keinen Hund anschaffen, auch nicht zum Arbeiten.
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Re: Das "Hütehundproblem" wie ich es sehe....

Beitrag#3von Dietmar » 21. Apr 2014, 21:06

***lach ....
also da bin ich gänzlich anderer Ansicht .... der ZWECK war immer die Triebkraft menschlicher Handlungen
bzw. Innovationen ..... was auch sonst ?
allerdings gehts mir auch weniger um die "UR"zeit der HundWERDUNG ,
als vielmehr um die später erfolgte Spezialisierung AUF ZWECKE H I N ! .....
und DAS dürfte unbestritten sein ....
Hütehunde "ticken" anders , als Jagd- oder Kriegshunde , Hetzhunde (Windhunde) usw .....
In DIESER ZEIT ....also etwa des beginnenden HIRTENTUMS liegen die Wurzeln DESSEN , was HEUTE (!) noch
in der Schäferei existiert .... die Grundlagen der Anforderungen und damit die Selektionskriterien der Zucht
wurden DAMALS GELEGT !

Kleiner TIPP ..... FRAG mal HEUTE (!) ..... Passanten , WAS wohl hinter nem "Schäferhund" steckt !
Du wirst erschüttert sein ! ....
Wir sprechen DEUTSCH ...aber nahezu NIEMAND kann nen "Schäferhund " (und schon gar nicht nen "Hütehund" allgemein)
ZUORDNEN .....man VERSTEHT gar nicht , was GEMEINT IST ! ....
ich weiß , was ich sage , denn ich habs oft genug getestet !

Di.
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Re: Das "Hütehundproblem" wie ich es sehe....

Beitrag#4von Zottelpudel » 22. Apr 2014, 19:41

Taj, die Menschen ticken halt sehr verschieden.
Für mich war es immer sehr interessant, über alle möglichen Hunderassen was zu erfahren. Dann über die Hütitis :01de6b1136: besonders, die ganze "Verwandtschaft" und so.
Dann war und bin ich immer ganz erstaunt, wenn Hundebesitzer wirklich nur über IHRE Rasse Bescheid wissen und nicht mal über die engeren Verwandten oder aber nur über ihren Hund und ihnen eben die Geschichte und das drumherum völlig egal ist.
Aber solche verstehen dann ihren Hund auch nicht richtig und kommen sicher nicht so damit klar, weil man das eben mit einbeziehen muß / sollte. Da braucht man sich dann über viele Probleme, die dann bei Hund und Mensch auftauchen, nicht zu wundern.
So ist leider die Zeit jetzt - so oberflächlich und flach. Der Hund paßt gut zum Sofa oder sorgt für Beachtung - und das reicht...
Zottelpudel
 

Re: Das "Hütehundproblem" wie ich es sehe....

Beitrag#5von Dietmar » 22. Apr 2014, 20:31

ja - so isses , Antje,

aber genau DESWEGEN muss man aber auch zumindest "dagegen AN schreiben " , wachrütteln ...etc.

Es muss auch zu einer Verengung , Verknappung der "Zucht" kommen ! .... Und DAS stelle ich mir über eine
engere Koppelung der "Spezialistenzuchten" (Hüte- , Jagdhunde etc.) AN EBEN diese "Traditionen" vor.
WÜRDE man zum "Bleistift" die ja weitreichend zwar "kontrollierte" , aber genauso weitreichend auch unterlaufbare "Zucht" der
Deutschen Schäferhunde (um mal die als Beispiel zu nehmen) endlich mal wieder an Anforderungen des HÜTEalltags knüpfen ,
hätten die zahllosen kontrolliert Raketenabschussrampen hervorbringenden , sich aber DENNOCH IM REGELWERK befindlichen "Züchter"
weniger Chancen auf Absatz !
DARAUF will ich hinaus .... auch bei anderen Rassen . DA ....genau DA liegt der Knebel , den man ansetzen MUSS ,
um die zunehmende Degeneration der Rassehunde einzudämmen !

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Re: Das "Hütehundproblem" wie ich es sehe....

Beitrag#6von Zottelpudel » 22. Apr 2014, 22:42

Jaa, das wäre ein Ansatz. Bloß wird man das nicht durchkriegen... weil letztendlich mit Knete alles zu kriegen ist.
Ein Anfang wäre es schon, wenn es eben Züchter gäbe, die da Wert drauf legen und solche Prüfungen machen, damit Käufer, die Wert drauf legen, arbeitsfähige Hunde bekommen und diese so erhalten werden. So bissel klappt es bei manchen.
Zottelpudel
 


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