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Vestibularsyndrom

Vestibularsyndrom

Beitrag#1von Chica » 2. Jan 2012, 11:45

Hi Dietmar,

ich finde mit der Zeit verschwindet das Krankheitsbild für Suchende im Lara - Beitrag,
und weil es eben so immenz wichtig ist.....darum habe ich es auch hier "verewigt"!


Vestibularsyndrom

Autor: huetefuchs » 2. Jan 2012, 10:46
Hallo,

nachdem es jetzt , nach allem was ich sehe und wahrnehme , doch deutlich bergAUF geht mit der Kleinen,
will ich mal meine "Erfahrungen" mit diesem Syndrom bei Lara aufschreiben, vielleicht nützts ja irgendwann
mal einem Leidensgenossen, denn SOOOO selten scheint diese Krankheit ja nun gerade NICHT zu sein;
die Wahrscheinlichkeit , sich so etwas einzufangen , ist nach allem, was ich in der letzten Zeit zur Kenntnis genommen habe,
höher , als ich gedacht hätte.

ALSO ....

Beginn der Symptome bei Lara war am 22. Dezember 2011 ...nur ums mal wieder in Erinnerung zu rufen.

Hier mal DAS , was ICH in den Tagen seither gelernt habe in Stichpunkten:

1) Zusätzlich zum Hund, der einem wie "panisch" vorkommt, befällt einen als Halter beim Blick auf das plötzlich veränderte Verhalten
des Hundes EBENSO PANIK ! - Man denkt wirklich : "DAS WARS JETZT !" ... ich war so weit , dass ich schon über die Grablegung
sinniert habe ! (Ja - das ist so !) ...
DIESE EIGENE PANIKSTIMMUNG nutzt aber keinem - schon gar nicht dem Hund ; MAN SOLLTE ALSO SCHNELLSTMÖGLICH DAVON WEGKOMMEN !
Bei mir hat ganz entscheidend Dagmars mail mit dem Link zum Vestibularsyndrom dazu beigetragen, die ganze Aufregung eine Abteilung
TIEFER als gleich "final" aufzuhängen. - Ich wusste jetzt, dass wirkliche Schlaganfälle bei Hunden relativ selten auftreten und dass es
beim symptomatisch fast identischen Vestibularsyndrom ziemlich gute Chancen auf Besserung GIBT ! -
Allein DAS wirkt sich positiv aufs gesamte Umfeld und damit auch auf den betroffenen Hund aus.

2) Ohne medikamentöse Unterstützung gehts NICHT - deshalb muss man wohl so zeitnah wie möglich zum Tierarzt !
VORSICHT ! -
Sofern ...und das ist nur recht aufwändig zu diagnostizieren, nicht wirklich ein ECHTER Schlaganfall vorliegt, kommt SEHR hochprozentig
eigentlich nur dieses (geriatrische) Vestibularsyndrom in Betracht !
Wieder hat mir da Dagmars mail und alles, was sie uns in Neuenkirchen erzählt hatte, sehr geholfen : AUCH wenns schwerfällt (!!),
man muss ALS HALTER (!) Verantwortung für seinen Hund übernehmen - man darf sie sich nicht abnehmen lassen - auch nicht
gegenüber Tierärzten ! Das liegt nicht jedem ... mir übrigens auch nicht ... ich HABS aber in diesem Fall getan ...und hab Lara
wieder mit nach Hause genommen ...... trotz der Risikohinweise ! ES WAR RICHTIG SO !

3) Folgendes BRAUCHT DER HUND IN DEN ERSTEN TAGEN :

a) Schwindel und Dauerübelkeit müssen medikamentös unterdrückt werden ! Das macht man über Medikamente gegen das, was wir als
"Reisekrankheit" ... also Übelkeit etwa beim Autofahrten o.ä. ... kennen. - Vomex ist in diesem Zusammenhang ein Mittel für Kinder.

b) Ein Mittel zur Förderung der Durchblutung ...also etwa Karsivan.
(ich überlege , ob Ginko für Lara nicht auf Dauer die vernünftigere Dauermedikation ...also STATT Karsivan... sein wird.)

c) Wasser und Futter.
Selbst der ansonsten verfressenste Hund wird durch das Syndrom in der Wahrnehmung seiner Umgebung so sehr ge- oder verstört ,
dass er aus eigenem Antrieb so gut wie NICHTS mehr zu sich nimmt. - Auch DAS stellt einen als "Pflegepersonal" fast an den Rand
der Panik ... übrigens genau so wie die "Endseite" der Verdauungskette. - Lara hatte da noch GLÜCK im Unglück, sie war
motorisch nicht so stark betroffen , dass sie nicht hätte mehr laufen können ...auch wenns torkelig war . Es gibt Fälle, da muss
der Hund zum Beispiel bei seinen "Geschäften" gestützt werden , um nicht umzufallen ...
Bei uns hat sich zweierlei bewährt :
Erstens die Bereitstellung eines weiten Spektrums MÖGLICHER LECKEREIEN ...alles, was irgendwann mal "lecker" war , ist plötzlich
für den Patienten völlig uninteressant. ...anderes dagegen auf einmal für 3 Bissen zumindest LECKER ...
Man muss da flexibel sein !
Zweitens HANDFÜTTERUNG .... UND die Einsicht , dass ne Portion, die einem Meerschweinchen vielleicht zur Ehre gereichen würde ,
schon ein ERFOLG im Hundemagen ist ! .... Also NICHT erwarten, dass der Hund aus Hunger altbekannte Menegen verputzt !

d) Indiz für einsetzende Besserung und für die Richtigkeit der Pflegemaßnahmen ist das AUGENFLATTERN ! ...
In der Anfangszeit bewegen sich die Pupillen ...ja der ganze Augapfel .... so schnell hin und her und im Kreis, dass einem fast
schwindelig wird beim Anschauen. - Kein Wunder also, dass sich der Hund GENAU SO FÜHLT ...nämlich schwindelig !
Dieses Flattern MUSS WEG .... dann gehts aufwärts ! > Beobachten .

e) RUHE IM SCHIFF !
Meines Erachtens gaaanz wichtig ! - Ein fröhlicher Kindergeburtstag ist NICHT das geeignete Umfeld für einen Hund mit
Vestibularsyndrom ! .. Der Hund wird sehr viel ruhen .... er braucht diese Ruhe ! Ich meine, beobachtet zu haben, dass
es Lara zumindest am wohlsten war, wenn sie leicht abgedunkelt gelegen hat ... die Abendstunden waren meist die Zeit,
wo auch ein WENIG Futter aufgenommen wurde !


....falls mir noch was einfällt, trage ichs noch nach
aber das (oben) sind so die wichtigsten Punkte, die mir gerade einfallen.

LG
Dietmar



LG
Mara
Chica
 

Re: Vestibularsyndrom

Beitrag#2von huetefuchs » 9. Jan 2012, 19:10

Anmerkung :


Das Befinden der betroffenen Hunde schwankt stark ! - Gehört scheinbar dazu ....
MAL wird Nahrung aufgenommen ....mal nicht .....
Man merkt das schon am mehr oder weniger soliden STAND am Futternapf .
Ich denke mal , dass der Gleichgewichtssinn (Innenohr) ne ganze Zeitlang BRAUCHT, um wieder
"stabile" Werte zu liefern .
Es hat sich bei Lara bewährt , VOR der Hauptmahlzeit ..... also etwa 2 Stunden vorher ,
täglich 1 VOMEX A zu geben .....
GANZ können wir wohl noch nicht darauf verzichten !

INFO an betroffene Halter :
Die Hunde SIND IN DEM ZUSTAND NICHT NORMAL (!!!!!!!!!!!) ...... AUCH was die Futtervorlieben angeht !
Das , was früher GUT war , muss es NICHT zwangsläufig jetzt auch sein !
Man bleibt herausgefordert , flexibel zu sein und auch immer wieder die Karte der SUPERLECKERLIS zu spielen ,
also etwa gebratene Leber ....oder Hähnchenaufschnitt in Wasser per Mikrowelle (z.B.) zu ner Art Suppe zu erwärmen .....
man muss da erfinderisch sein , denn ESSEN MUSS DER HUND ! ...also ruhig auch mal mit menschlichen Essensresten "spielen" ....
Suppen , Soßen etc.

Di.
Zwei Dinge sind zu unserer Arbeit nötig:
Unermüdliche Ausdauer und die Bereitschaft, etwas, in das man viel Zeit und Arbeit gesteckt hat, wieder wegzuwerfen.
A. Einstein 1879-1955

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Re: Vestibularsyndrom

Beitrag#3von huetefuchs » 9. Jan 2012, 19:54

...nochn kleiner Nachsatz

DAS was früher GAR NICHT GING .....also die Sachen , auf die man womöglich gar nicht KOMMT .....
TROFU PUR ..... oder irgendwelchen TROCKENEN und HARTEN Fleischstücke etc. pp. "flutschen " auf einmal .....

will nur sagen .... MAN MUSS PROBIEREN !!!!! .....und HANDFÜTTERUNG KANN HELFEN !
..... übrigens ....... es kommt auch auf die HAND an (!) ....also ruhig mal innerhalb der Familie wechseln !


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Re: Vestibularsyndrom

Beitrag#4von huetefuchs » 14. Feb 2012, 17:35

...noch ein Nachtrag zu dieser Sache :

Mir scheint, dass eine vollständige Genesung bzw. das spurlose Überwinden dieses Syndroms LARA zumindest nicht gelingen wird !
Es BLEIBT ETWAS ZURÜCK ! .... ich wills mal vorsichtig mit "Anklänge an Demenz" beschreiben.
Ich will das nur festhalten - natürlich gehts Ihr wieder entschieden besser als zur Akutphase ....

Bin gestern mit ihr unsere alte Fahrradrunde zu Fuß abgegangen und das auch noch entgegen unserer früheren Fahrtrichtung -
da gabs eine Strecke , wo sie offensichtlich völlig die Orientierung verloren hatte - sie wusste nicht mehr, wo sie gerade IST oder WAR ....
erst , als es dann in den Waldweg ging , konnte man sehen, dass es wieder "klick" machte und sie wieder in der Spur war .
(...nur ein Beispiel ...)

LG
Di.
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Re: Vestibularsyndrom

Beitrag#5von Chica » 14. Feb 2012, 20:20

:moi

Ich stelle mir Eure Situation sehr nervenaufreibend vor! Bild
Ich hatte noch keinen Hund mit dem Vestibularsyndrom - aber ich weiß, was es bedeutet, wenn die letzte Lebensphase angebrochen ist!

Genießt die guten Momente, ich wünsche Euch noch ganz viiiiele davon! :46765hngf:


Ich habe noch einen Link - ein Vestibularsyndromforum

http://vestibularsyndrom.forumieren.com/

LG
Mara
Chica
 

Re: Vestibularsyndrom

Beitrag#6von huetefuchs » 14. Feb 2012, 21:14

Danke für den Link , Mara ,
werd ich mir morgen ff. mal zu Gemüte führen !!!

Es ist zZt NICHT so , dass wir das Schlimmste schon direkt vor uns sehen .....
wir bibbern allerdings , weil die Kleine gerade dabei ist , den Altersrekord von Candy zu überschreiten ......
die ist ja kurz vor ihrem 13. Geburtstag von uns gegangen .....
Man ist halt immer in solchen Phasen emotional beteiligt ..... iss nu mal so .
Man beobachtet JEDE KLEINIGKEIT und nimmt zur Kenntnis , was man 5 Jahre früher vermutlich nie bemerkt hätte .....


LG
Di.
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