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Hündinnenverknappung als "Rezept" ?

Hündinnenverknappung als "Rezept" ?

Post#1by Dietmar » 25. Nov 2013, 18:01

Hi,
VORSICHT ..... jetzt wirds böse !

Ich beziehe mich auf dieses Buch (von 1925 wohlgemerkt).... post15618.html#p15618


UND man denke nicht NUR an den Schäferhund , sondern auch an all das , was wir im Laufe der Jahre zu
den Altdeutschen Hütehunden gesagt und auch zu hören bekommen haben ....

Der Abschnitt , den ich hier mal ansprechen möchte heißt : "Keine Hündin in Laienhände !"
Ist das Blödsinn - ooooder steckt vielleicht doch was Überdenkenswertes dahinter ?

Der Autor (v. Otto) stellt sich das (in SEINER ZEIT !) so vor ...,und er lebte in einer Zeit der DSH-SCHWEMME (!),
dass man erstens die Wurfgrößen (also die Anzahl der aufgezogenen Welpen pro Wurf) verkleinern müsse durch
Ausmerzung . Zweitens - HÜNDINNEN sollten in einem Wurf nur dann liegenbleiben, wenn es für sie Vorbestellungen
von erfahrenen Züchterkollegen oder halt Eigenbedarf gäbe.
Für die Haltung bzw. Abgabe einer Hündin sollen sich Anfängerhundehalter , also "Liebhaber" zunächst mal
dadurch qualifiziert haben, dass die einen (DSH) RÜDEN erfolgreich "konsumiert" haben.
Damals war es so, dass Rüden in etwa das Doppelte kosteten als Hündinnen; diese "Regel" will v. Otto
UMGEKEHRT wissen > Hündinnen sollten mehr als doppelt so teuer sein als Rüden UND sie sollten ggf. sogar höher
besteuert werden ! Die Hündinnen müssen innerhalb der Zucht WERTIGER WERDEN .

Das ist grob zusammengefasst die Stoßrichtung dieses Abschnitts in dem Buch.

****

Aus heutiger Sicht und im Blick auf die beiden angesprochenen Rassen/Rassegruppen ist gegen die Grundlinie
der Ansichten v. Ottos eigentlich nur das "Problem" einzuwenden, dass Selektion per Ausmerzung heutzutage
zumindest bei Hunden tierschutzrelevant ist .... bei Geflügel eher weniger.
Aber mal abgesehen davon .... sind die Gedanken Ottos gaaar nicht mal soooo fix von der Hand zu weisen.
Viele Rassen leiden bekanntlicherweise ja daran, dass viele Hündinnen (sehr viele) bevorzugt von
ganz wenigen "Championrüden" belegt werden . Vererben DIESE aber latent irgendwelche Mängel , so potenzieren sich
diese innerhalb der Population ....mit all den vielen Risiken und Nebenwirkungen verengt sich so die an sich
in der Hundewelt ja gegebene genetische Vielfalt auf wenige Flaschenhälse (Blutlinien) .
Dreht man die Sache aber herum ...und lässt wenige , aber GUTE VererberINNEN von einer Mehrzahl
GUT und typgerecht vererbender Rüden belegen , dann kann das eigentlich nur von Vorteil sein .

NICHT bedacht hat v. Otto allerdings , dass man durchaus auch mit RÜDEN Missbrauch treiben kann -
diesen Hinweis vermisse ich ....

Generell würde ich meinen, dass die Beschränkung des Reproduktionspotenzials innerhalb von Rassen auf wirklich
sachkundige und möglichst auch arbeitsbezogene Personenkreise eher vorteilhaft als nachteilig zu
bewerten ist - es muss NICHT JEDER HINZ UND KUNZ WELPEN AUF DEN MARKT WERFEN !
Dazu braucht es , wenn es der Rasse dienen soll , Sachverstand und zumindest HILFE
von Leuten , die in der jeweiligen Rasseszene einen guten Namen haben !

....meine ich mal so vor mich hin ...

LG
Dietmar


WER die Reproduktionsfähigkeit von Hündinnen zur Anwendung bringen möchte ,
sollte das nur dann tun, wenn er/sie glaubhaft und nachvollziehbar erklären kann , dass es einen NUTZEN
für die Population durch eben genau diesen Wurfakt GIBT UND worin er besteht !
Ein "NUR MAL EBEN SO" DARF ES NICHT GEBEN !
ZUCHT MUSS IMMER UNTERORDNUNG UNTER VERIFIZIERBARES RASSEINTERESSE SEIN !
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Re: Hündinnenverknappung als "Rezept" ?

Post#2by Zottelpudel » 26. Nov 2013, 10:56

Dieses Thema taucht immer mal wieder auf - wie bekommt man diese Schwemme in den Griff.
Das mit den höchstens 6 Welpen behalten kenne ich noch, war wohl auch "im Westen" so - und hatte eben auch sein Gutes...
Es müßte eben mehr kontolliert und reglementiert werden, aber das läßt sich ja keiner mehr gefallen heutzutage. In der DDR war das so, hat eben alles immer zwei Seiten!

Was nützt es, wenn inenrhalb eines / Verbandes das gehandhabt wird und außenherum alles fröhlich weitervermehrt. Solang Geld zu verdienen ist, wird sich da nix ändern. Und solang die Leute so kurzsichtig sind und eben da kaufen, wo es besonders günstig ist oder wer die bunteste Internetseite hat oder am schönsten labern kann.
Zottelpudel
 


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